Trainerin

Sabrina Wodtke

● Trainerin & Übungswartin


Liebe Hundesportsfreunde und Hundebegeisterte,

wer kennt das nicht, man sieht einen kleinen Welpen, blickt in die braunen Kulleraugen und schon schmilzt man dahin?! Oder der freudige Ausdruck in den Augen eurer Vierbeiner,wenn ihr ihn lobt, er zusammen mit euch als Team arbeitet oder ihr mit ihm schmust.

Ja ja, kaum etwas bringt dasTrainerherz mehr in einen Glückszustand, als ein harmonisches Hund-Mensch-Team zu sehen, die Lernerfolge mit zu erleben und mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können.

Ich war schon als Kind sehr tierliebund bin auch mit Tieren aufgewachsen. 1997 trat ich dem DSC(Deutschen Schäferhund Club) in Hamburg bei und folgte damit den Spuren meiner Mutter und unserem Schäferhund Rüden Charly. Von Anfang an übte das Arbeiten mit Hunden eine enorme Faszination auf mich aus.

Ich begann meine Arbeit mit einem Deutschen Jagdterrier und wurde auch gleich auf die Probe gestellt.Der kleine Kerl war lamm fromm und hatte immer Spaß am Arbeiten, jedoch nur wenn er wollte….trotzdem konnte man ihm nicht böse sein und wir hatten eine tolle Zeit zusammen.

Im Laufe der Jahre trainierte ich unter anderem mit mehreren Schäferhunden, großen und kleinen Mischlingen und Rassehunden. So sammelte ich viel Erfahrung im Umgangmit den verschiedenen Rassen und unterschiedlichen Charakteren. Wenn mal etwas nicht so lief wie erwartet, hinterfragte ich schnell mein Verhalten. Doch mit der Zeit lernte ich die Körpersprache, Mimik und das Verhalten meiner treuen Teampartner viel besser zu deuten und zuverstehen. Ich lernte den Schutzdienst kennen, welcher eine besondere Faszination auf mich ausübte, genauso wie Agility. Später kam auch noch die Fährtenarbeit hinzu.

So war es letztendlich nicht verwunderlich das ich 2007 meine Prüfung zur Hundetrainerin machte. Die Ausbildung dauerte 3 Jahre, in denen ich mich mit sämtlichen Hunderassen und deren Charakteren auseinandersetzte. Dabei stellteich schnell fest, dass man vorwiegend mit dem anderen Ende der Leine(Besitzer) arbeitet.

Was mir jetzt noch fehlte, war meine eigene geliebte Fellnase. Diese trat 2008 in mein Leben, in Form einer Deutschen Schäferhündin namens Angel. Angel und ich waren von Anfang an unzertrennlich. Ich bekam sie als Welpe und hatte große Ziele mit ihr. Doch schnell wurde ich vor Herausforderungen gestellt. Ich hatte sie aus zweiter Hand und man merkte schnell, das sie dort schlechte Erfahrungen gemacht haben musste. Schon in diesem jungen Alter hatte sie große Angst vor Männern und war sehr unsicher wenn sie auf etwas Neues traf, dasselbe galt auch für Hundebegegnungen. Sie zeigte nie Aggressionen gegenüber Menschen und wich immer zurück, aber Spaziergänge wurden zur Qual für sie.

Ich zog 2009 mit Angel nach Sachsen und absolvierte dort meine Ausbildung zur Veterinär-Medizinisch-Technischen-Assistentin. Die ländlichere Gegend tat nicht nur meiner Hündin gut, sondern auch ich wurde auch viel entspannter und ruhiger.

2013 zog ich dann ins wunderschöne Baden Württemberg, genauer gesagt nach Baienfurt. Nur Wälder und Wiesen… ein Traum. Ich trainierte dort in der Hundeschule Doglove und war dort bis Februar 2016 als Trainerin tätig. Ich machte Agility, Welpenkurse und natürlich auch Unterordnung. Dort lernte ich auch das Longieren kennen, ein toller Sport, vor allem wenn ein Hund ausgelastet werden soll, aber nicht mehr im Agility starten kann.

Ich verlagerte insgesamt meinTrainingskonzept auch mehr auf die Körpersprache und nonverbales Arbeiten und vertiefte das Arbeiten mit positiver und negativer Bestätigung. Hinzu kamen soziale Spaziergänge, die das unsichere Wesen meiner Hündin fast völlig verschwinden und sie selbstbewusster werden ließen. So veränderte sich das Wesen von Angel innerhalb eines Jahres um 180 Grad. Sie hatte kaum noch Stress bei Hundebegegnungen und liebte es über die Felder zu flitzen. Auch Menschen gegenüber wurde sie viel relaxter, verlor ihren Argwohn aber nie ganz. Leider verstarb mein treuer Liebling im März 2016 und ich verlor nicht nur meine beste Freundin und einen Seelengefährten. Nein ich verlor auch für kurze Zeit die Freude am Arbeiten und Ausbilden von Hunden.

Im Juni 2016 öffnete sich dann eine neue Tür und ich begann das wunderbare Team des VDH Vogt alsTrainerin und Übungswartin zu unterstützen. So gewann ich langsam auch wieder meine Freude und Begeisterung für den Hundesport und die Ausbildung und das Trainieren von Hunden und ihren, wie ich sie liebevoll nenne, Dosenöffner zurück.

Und dann kam auch wieder ein Licht in Hundegestalt in meinem Leben. Iron kam Ende 2016 zu mir und ist auch ein Deutscher Schäferhund mit längerem Fell. Dieser große Wirbelwind hat mir neue Freude und Licht gebracht und neue Herausforderungen. Er ist mittlerweile 7 und das genaue Gegenteil von Angel, absolut Menschenbezogen und super neugierig.

Alle beide haben sehr großen Einfluss auf meine Arbeit und Erfahrungen als Trainerin gehabt und haben sie immer noch.

2018 musste ich dann leider ausgesundheitlichen Gründen den Verein für ein paar Jahre verlassen.

Doch 2023 ist das Jahr des Neubeginns. Die Corona Pandemie klingt ab, die Welt erholt sich langsam von diesem Schrecken. Vieles hat sich in der Hundeausbildung getan und auch in der Gesetzgebung wird nun mehr zum Wohle der Tiere entschieden.

Nun bin ich seit Februar 2023 wieder da, mit einem neuen tollen Team um mich herum, darf neue spannende Menschen und vor allem Hunde kennen lernen und mit ihnen arbeiten.

Das Arbeiten mit Menschen und Hunden kann zu einer Herausforderung werden, doch dieser stelle ich mich immer wieder aufs Neue mit voller Begeisterung und Leidenschaft.

Denn nur wenn wir in der Lage sind zu begreifen, das wir Raubtiere führen, welche mit Konsequenz aber auch Verständnis zu behandeln und unsere Teampartner und Familie sind und wir auch bereit sind ihre Sprache zu lernen und zu verstehen, gelingt es ein harmonisches Miteinander zu schaffen.